Angststörung ist ein zunehmendes Phänomen.
Wir haben einerseits persönliche Ängste, die aus unserer Geschichte stammen –
die durch äußere Ereignisse aktiviert werden und sich dann in Form von sogenannter Angststörung manifestieren.
Und andererseits haben wir zunehmende Ängste durch die Situation der Welt.
Nicht, weil wir dauernd daran denken – sondern weil wir sie konsequent verdrängen.
Wenn also persönliche, nicht erledigte Fragestellungen mit globalen Themen zusammentreffen, kann es sein, dass sich das in Form einer Angststörung manifestiert.
Häufig wird sie durch zusätzlichen Stress ausgelöst.
Denn:
Wenn ich Stress habe, kann ich nicht mehr in Ruhe nachspüren, nachdenken, nachfühlen –
und keine Lösungen finden.
Wenn dann noch persönliche Ängste dazukommen –
wie zum Beispiel:
- Kann ich den Kredit zurückzahlen?
- Wird das gut weitergehen?
- Was ist mit meiner Beziehung?
… und zusätzlich noch die Weltlage:
Brände, Überflutungen, Kriege und so weiter …
Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich diese Ängste zu einer größeren
– sogenannten – Störung verdichten.
Oft wird dann die Angst als fixe Störung festgelegt.
Und Menschen erleben zum Beispiel Panikattacken.
Aber:
Sehr häufig steht dahinter ein posttraumatisches Syndrom,
das sich nur in dieser Form zeigt –
nicht aber dort entstanden ist.
Beispiel:
Ein Mensch hat plötzlich Angst im Supermarkt, weil es einmal eine schlimme Situation mit Enge erlebt hat.
Oder auf einem weiten Platz, weil er sich verloren fühlt.
Das war vielleicht der akute Anlass einer Panikattacke –
aber nicht die Ursache.
Die Ursache liegt oft sehr viel tiefer, und ist weitgefächerter.
Deshalb muss Angststörung sehr genau untersucht werden.
Und sehr häufig – wenn man die Angst wirklich erforscht – wird sie allein dadurch schon weniger.
Geschweige denn, wenn dann noch Übungen dazukommen, Lösungsprozesse, die zu einer neuen Situation führen.
Ich versuche also, am Ursprung der Angst zu arbeiten.
Und den Menschen Werkzeuge zu geben:
- die Fähigkeit zur Beruhigung
- die Fähigkeit, zu sich zurückzukehren
- die Fähigkeit, die Situation real wahrzunehmen
- und zu erkennen:
Wo kann ich etwas ändern?
Selbstermächtigung
Ein ganz wichtiger Punkt.
Egal, welche Therapieform – Selbstermächtigung ist zentral.
Ich kann Welt wandeln.
Ich habe die Mächtigkeit, innerhalb meiner Möglichkeiten, die Welt mitzugestalten.
Das wird als sehr wesentlich erlebt – und ist für viele ein echtes Aha-Erlebnis:
Ich bin also nicht nur Opfer, nicht nur Täter oder Täterin.
Ich bin Gestalter, Gestalterin.