Was bedeutet für mich der Begriff Boreout, der so oft mit dem Burnout verwechselt wird?
Ein Mensch,
der tut, tut, tut,
laut Gesellschaft viel Geld verdient,
Macht hat,
Erfolg hat –
aber in dieser Form des Lebens von sich selbst völlig gelangweilt ist
und nur mehr innere Leere empfindet, kann ein Boreout entwickeln.
Die Symptome?
Genau dieselben wie beim Burnout.
- Schlafstörungen
- Nervosität
- Gereiztheit
- Kopfschmerzen
- Schulterschmerzen
- Rückenschmerzen
- Erschöpfung
Doch der Auslöser ist ein anderer.
Beim Burnout ist es das Zuviel,
beim Boreout ist es das Nichts.
Auch Menschen,
die nicht arbeiten dürfen oder nicht mehr arbeiten sollen – wie Langzeitarbeitslose,
Geflüchtete, oder auch Pensionistinnen und Pensionisten,
die eigentlich noch arbeiten möchten, aber aufgrund ihres Alters nicht mehr dürfen –
erleben Boreout-Zustände.
Sie sind unterfordert, sinnentleert, erleben keine Freude, keine Fülle, und fühlen sich innerlich ausgebrannt – durch Langeweile.
Diese Langeweile ist aber keine „Kleinigkeit“.
Sie ist eine tiefe Erschöpfung, eine innere Leere, die sich körperlich und psychisch ausdrückt – und eben nicht nur mit einem „Jetzt tu halt was“
gelöst werden kann.
Wenn ein Mensch in dieser Situation sagt: „Ich habe dauernd Kopfschmerzen, Spannungskopfschmerzen, meine Schultern schmerzen, ich kann meinen Rücken kaum noch bewegen, ich kann nicht mehr schlafen…“
…dann ist das kein Versuch, jemanden zu täuschen, sondern oft die Wahrheit eines tiefen Boreouts.
Wenn dann zum Nichtstun noch das Gefühl kommt, nichts wert zu sein, abgewertet zu werden, vielleicht sogar verachtet zu werden – und wenn vielleicht Süchte oder Vermeidungsverhalten dazukommen – dann ist es für die Betroffenen besonders schlimm.
Denn dann fühlen sie sich als Mensch nicht mehr wertvoll und leiden extrem in dieser Wertlosigkeit.
Boreout ist die stille Schwester des Burnouts.
Nicht laut.
Nicht sichtbar.
Aber genauso erschöpfend.
Und genauso heilungsbedürftig.