Burnout – Wenn das Innere leer wird

Das Burnout ist in aller Munde.
Und ich glaube, es hat in der heutigen Zeit enorme Bedeutung und Realität.

Viele Menschen sind ausgebrannt – aber nicht nur, weil sie erschöpft sind, chronisch gestresst waren, ihre Energie verbraucht haben und dadurch zusammenbrechen.

Sondern auch, weil sie in dem, was sie da tun,
in ihrem Funktionieren,
in ihrem Stress,
in ihrem Rennen,
schon lange keinen Sinn mehr erleben.
Keine Freude mehr.
Keine Erfüllung mehr.

Wenn Sinn, Freude und Erfüllung fehlen

Kommt also einerseits Dauerstress – und andererseits die Unmöglichkeit,
in dem, was man tut, noch irgendetwas Positives zu sehen – dann passiert etwas im Gehirn.

Die Menschen sind dann permanent im Beta-3-Zustand, das ist ein Zustand von Hyperstress.

Und:
Sie werden regelrecht süchtig nach den Stresshormonen: Cortisol und Adrenalin.

Sie können nicht mehr abschalten.

Die Folgen?

  • Schlafstörungen
  • Aggression
  • Erschöpfung
  • Nervosität
  • Sehr schnelles Aufgeregtsein
  • Das Gefühl: Ich bin immer geladen.

Und weil man so permanent geladen ist, ist Entladung – also Runterfahren, Entspannen, Erholen, Verweilen, Innehalten – nicht mehr möglich.

Dann kommt es zum so genannten Burnout.

Und noch dazu, weil Sinn, Freude und Erfüllung verloren gegangen sind.

Wie kann ich im Falle eines Burnouts begleiten?

Ich finde:
Das Allererste nach einem Burnout ist:

Erholung. Erholung. Und nochmals: Erholung.

Nichts tun.
Am Anfang wirklich jede Art von Stress vermeiden.

In der Folge arbeite ich mit den Menschen daran,
herauszufinden:

  • Wie haben sie ihren Stress selbst erzeugt?
  • Was sind ihre inneren Antreiber?

Beispiele:

  • ein absoluter Perfektionsanspruch
  • der Wunsch, immer die Erste, der Erste zu sein
  • der Drang, ständig anerkannt, bewundert, respektiert zu werden
  • das Bedürfnis, allen gefallen zu wollen

All das zusammen führt im Laufe der Zeit zu einem völligen Energieverbrauch
der körpereigenen Ressourcen.

Und damit zu den schon erwähnten Störungen, bis hin zu körperlichen und seelischen Zusammenbrüchen.

Das System muss sich dann wirklich, wirklich erholen.

Und bei einem schweren Burnout kann das ein halbes Jahr, manchmal ein Jahr dauern.

Und das Wichtigste?

Prophylaktisch arbeiten.

Das heißt: Forschen.

  • Wie habe ich gelebt?
  • Was ist mein innerer Hintergrund?
  • Wie will ich neu gestalten?

Die Erfahrung von:

  • Entspannung
  • Erholung
  • Verweilen
  • Nicht perfekt sein müssen
  • Nicht gefallen müssen
  • Nicht vergleichen müssen

All das ist notwendig, um auf einem neuen Boden wirklich neu zu leben.

Denn:

Ohne Wandlung ist das nächste Burnout bereits vorprogrammiert.