Die Symptome des posttraumatischen Syndroms sind ungemein vielfältig.
Aber ich kann vielleicht einen Überblick geben:
Ein Trauma – wie ich schon im Blogartikel Trauma erwähnt habe –
entsteht durch eine Kombination aus:
- Schweren, negativen Sinneseindrücken
- Verwirrung oder Überraschung – also dem Nicht-einordnen-Können
- Hilflosigkeit oder Ohnmacht
Wenn diese drei Faktoren zusammentreffen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch,
dass ein Trauma gespeichert wird – vor allem in der frühen Kindheit, im frühen Jugendalter oder auch im frühen Erwachsensein.
Warum?
Weil wir uns dort real oft nicht wehren können, ohnmächtig sind, und noch keine Idee haben, was da überhaupt passiert.
Diese frühen Traumata werden dann sehr häufig fixiert im sogenannten posttraumatischen Syndrom.
Und dieses posttraumatische Syndrom
ist eigentlich –
zunächst –
eine wunderschöne Sache.
Es ist eine kurzfristige Überlebensstrategie.
Wenn ich zum Beispiel
in einer gefährlichen Situation angegriffen werde –
dann ist es hilfreich, dass ich einfriere, nichts sage, mich nicht rühre.
Oder dass ich
zurückschlage – kämpfe.
Oder dass ich
davonlaufe – fliehe.
Fight – Flight – Freeze.
Das sind alles Überlebensstrategien, die kurzfristig hervorragend wirken.
Aber wenn ich Jahre später bei den leisesten Triggern immer wieder mit Einfrieren,
mit Aggression, oder mit Flucht reagiere – dann wird das, was mir einmal zur Hilfe war, zu einer ständigen Krux.
Und so sind viele Menschen heute in der Notwendigkeit, ihr posttraumatisches Syndrom zu verarbeiten – weil sie zum Beispiel:
- sehr heftig aggressiv reagieren
- sich zurückziehen und Themen meiden
- oder einfrieren und völlig untätig werden
Alle drei Formen sind auf Dauer als Überlebensstruktur nicht mehr hilfreich –
weil sie nicht mehr wahrhaftig sind.
„Die Lösung liegt in der Erkenntnis:
Was mir damals geholfen hat – darf ich heute gehen lassen.“