Systemische Verstrickung – ein verborgenes Erbe

Die systemische Verstrickung ist eine interessante Tatsache.

Wir Menschen neigen dazu, die Themen unserer Vorfahren auf uns zu nehmen
und weiterzutragen – bewusst oder unbewusst.

Sind es Talente, also Fähigkeiten, die ans Erbmaterial geheftet, dann freuen wir uns.

Wenn mein Großvater exquisit Klavier spielen konnte und ich mich heute ans Klavier setze
und schon bei den ersten Tönen spüre:
Ich bin ganz bei mir, das liegt mir –

…dann würden wir uns alle freuen, ein solches Talent geerbt zu haben.

Denn es ist nichts anderes als die Weitergabe von Kapazität.

Aber:
Nehmen wir Kapazitäten, die früher vielleicht überlebensnotwendig waren – wie zum Beispiel:

  • Armut zu erdulden,
  • Schuld auf uns zu laden,
    (etwa im Kontext von Krieg, Gewalt oder Flucht),
  • oder in der damaligen Zeit Anpassung oder Verzicht zu leben –

…und tragen wir sie weiter, ohne dass sie heute noch notwendig sind, dann werden sie zum Hindernis.

Beispiel:

Ich bin heute ein wohlhabender Mensch – aber verhalte mich, als hätte ich nichts verdient.

Ich fühle mich schuldig, vielleicht wegen der Armut meiner Großeltern.
Ich verzichte, obwohl ich Fülle leben könnte.

Dann ist das eine Verstrickung.

Oder:

Ich fühle mich permanent schuldig, obwohl ich gar nichts „falsch“ gemacht habe.
Ich definiere mich als Opfer, um mich unbewusst mit den Opfern meiner Herkunft zu verbinden.

Auch das ist eine systemische Verstrickung – und sie ist äußerst ungünstig.

Denn:
Wir tragen dann etwas, das nicht mehr zu uns gehört und das uns in der Gegenwart blockiert und unsere Zukunft behindert.

Für mich ist in solchen Fällen ganz klar:

Aufstellungsarbeit ist das Mittel der Wahl.

Ob Familienstellen, systemische Aufstellungsarbeit, oder sogar Organisationsaufstellung – sie helfen, diese Verstrickungen zu erkennen,
zu lösen und zurückzugeben, was nicht (mehr) zu uns gehört.

So kann der Mensch:

  • sich selbst wieder klar fühlen
  • das eigene Leben leben
  • und neue Wege gehen

Systemische Aufstellungen lösen uns
aus der Geschichte,
aus der Verwirrung,
aus dem übernommenen Leid –
und machen Platz für unsere eigene, wahrhaftige Wirklichkeit.