Transformation – ein Wort, das selten verwendet wird.
Man spricht heute eher von „Change“, also Veränderung. Oder vielleicht noch von Wandlung – was schon als tief empfunden wird.
Doch Transformation bedeutet noch etwas anderes.
Etwas sehr Weitreichendes.
Wörtlich heißt es: die Form wechseln.
Von einer Form in eine völlig andere Form übergehen.
Ein Beispiel, das ich liebe:
die Raupe.
Solange die Raupe denkt, sie ist und bleibt eben eine Raupe, bleibt sie genau das.
Aber die Raupe weiß – tief in sich – dass sie eigentlich ein Schmetterling ist.
Und genau deshalb gibt sie sich dem Prozess hin und wird dieser Schmetterling.
Nicht durch Kampf, nicht durch Veränderung im Sinne von „ein bisschen anders“. Sondern durch einen völligen Übergang in eine neue Form.
So ist es auch bei uns Menschen.
Solange ich denke:
„Ich bin halt so.“
– ich bin halt scheu
– ich bin halt laut
– ich bin halt aggressiv
… ist Wandlung kaum möglich.
Wenn ich aber erkenne:
„Ich wurde so geprägt.
Ich habe mich in diese Form hineinentwickelt,
um zu überleben,
um dazuzugehören,
um richtig zu sein …
Aber ich bin nicht meine Form.
Ich bin nicht mein Verhalten.
Ich bin nicht meine Vergangenheit.“
Dann öffnet sich ein Raum.
Ein Raum für Transformation.
In diesem Raum werden völlig neue Formen möglich.
Wie die Raupe zum Schmetterling wird.
Wie die Kaulquappe zum Frosch.
Transformation heißt:
Nicht ein bisschen anders.
Sondern:
Ein ganz anderer Mensch.
In Haltung,
in Gefühl,
in Sprache,
in Ausdruck.
Sichtbar. Spürbar. Fühlbar. Hörbar. Wahrnehmbar.