Trauma ist ein sehr, sehr berührendes, sehr interessantes Phänomen.
Wir alle haben Mikrotraumata – zum Beispiel, wenn uns jemand sagt:
„Du bist dumm.“
Und wir haben Makrotraumata – wie ein körperlicher Schlag,
ein traumatisches Ereignis, Anschreien, Verlassenwerden, oder was auch immer.
Viele Mikrotraumata können im Laufe der Zeit zu einem Makrotrauma führen.
Was macht ein Ereignis zu einem Trauma?
Es braucht drei Dinge:
- Negative Sinneseindrücke
- Hilflosigkeit oder Ohnmacht
- Verwirrung oder Überraschung
Wenn diese drei Faktoren zusammenkommen, wird das Erlebnis als Trauma gespeichert.
Aber:
Ein Trauma ist noch kein bleibendes Trauma, wenn es sofort verarbeitet wird –
wenn es verwandelt werden kann.
Es wird erst dann zu einem bleibenden Trauma, zu einem posttraumatischen Syndrom,
wenn es nicht verarbeitet werden konnte.
Dann bleibt es unverarbeitet, wirkt weiter in uns und zeigt sich immer wieder – oft in anderen, unerwarteten Formen.
Trauma ist also eigentlich
ein fortgesetzter Prozess.
Es äußert sich oft in typischen Reaktionen:
Fight – Flight – Frozen State.
Und es kann nur gelöst werden, wenn man am ursprünglichen Trauma arbeitet, oder an den Folgen des Traumas – so dass es immer mehr an Kraft und Bedeutung verliert.
Traumatherapie ist ein sehr interessanter Prozess.
Manchmal reicht eine einzige Stunde, um ein Trauma zu lösen.
Und manchmal braucht es eine fortlaufende, sensible Begleitung, bis Wandlung möglich wird.