In vielen Familien wirken Themen wie Verdrängung und Tabus sehr stark.
Das bedeutet:
- Es darf nicht gesprochen werden über das Anderssein.
- Es darf nicht gesprochen werden über die eigene Geschichte.
- Es darf nicht gesprochen werden über Gewalt, Missbrauch, über Erfahrungen, die stattgefunden haben.
Oft darf nicht einmal gedacht oder gefühlt werden, was nicht da sein soll. (Tabu)
Und das hat eine große Wirkung:
Es entstehen innere und äußere Räume,
die nie betreten werden dürfen,
um die man immer herumgehen muss.
Dadurch wird unglaublich viel Energie gebunden.
Verdrängung ist nicht – wie oft geglaubt wird – ein harmloses, kurzfristiges Wegschieben.
Verdrängung ist langfristig eine schwere Belastung und sollte – wenn irgendwie möglich –
aufgearbeitet und gelöst werden.
Allein das Ansprechen eines Tabus kann schon eine enorme Wandlung einleiten.
Allein darüber zu sprechen, sich etwas zuzugestehen, zu fühlen, was bisher nicht gefühlt werden durfte – das bricht das Tabu und öffnet neue Räume.
Beispiel: LGBTQIA+ – das „Rauskommen“
Wenn jemand sagt:
Ich bin homosexuell oder lesbisch,
und ich darf mit meinen Eltern nicht darüber reden –
…dann unterstütze ich diese Menschen dabei, mit ihrem Thema herauszukommen.
Schon das Wort „Outing“ zeigt:
Es ist etwas, das normalerweise verborgen bleibt, etwas, das nicht erlaubt scheint, obwohl es selbstverständlich sein sollte.
Warum sollte man nicht genauso selbstverständlich über die eigene Sexualität sprechen können wie über alles andere?
Ich empfinde es als etwas Wunderschönes, diese Menschen auf ihrem Weg zu begleiten.
- Sich äußern.
- Sich zeigen.
- Scham verlieren.
- Schuld ablegen.
- Sich als ebenbürtig und selbstverständlich erleben.
Die Auflösung eines Tabus setzt eine Kraft frei, die Menschen wirklich zu sich selbst führen kann.